REGIONALFORUM


Auftaktveranstaltung des Agglomerationskonzeptes | 16. Januar 2017 | Universitätsclub Bonn

Die rege Teilnahme am Regionalforum, der Auftaktveranstaltung zum Agglomerationskonzept am 16. Januar 2017 im Bonner Universitätsclub mit ca.  280 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der Region zeigt: Die Akteure der Region Köln/Bonn sind bereit, sich aktiv in den Prozess zur Entwicklung räumlicher Zukunftskonzepte für den Agglomerationsraum einzubringen. Die verstärkte Vernetzung und Arbeitsteilung von Teilräumen, interkommunale Kooperationen und das Zusammendenken und Einbeziehen einzelner Konzepte in der „Klammer“ des Agglomerationskonzeptes werden in der Region als zukunftssichernde Strategie angenommen und unterstützt.

 

Grußworte

Martin Hennicke, Abteilungsleiter u. a. für Raumordnung und Landesplanung in der Staatskanzlei NRW, hob die Vorteile der Agglomeration Köln/Bonn heraus, verwies aber auch auf Herausforderungen wie Mobilitätsengpässe oder den Wohnungsmangel. In diesem Zusammenhang betonte er die Bedeutung des Agglomerationskonzeptes als vorbereitendes informelles Instrument für das formelle Verfahren zur Aufstellung des Regionalplans. 

Regierungspräsidentin Gisela Walsken machte deutlich, dass es zur Erhaltung der Stärken einer der „attraktivsten Regionen in NRW, Deutschland und Europa“ weiterhin einer Koordination von Planung sowie überlokaler Lösungen bedarf, zu denen das Agglomerationskonzept einen wichtigen Beitrag leisten wird.

Jochen Hagt, 1. stellv. Vorsitzender des Region Köln/Bonn e.V. und Landrat des Oberbergischen Kreises, sieht eine wichtige Aufgabe des Agglomerationskonzeptes in der Beteiligung und Berücksichtigung unterschiedlicher Interessen und Akteure. Er betonte zugleich, dass der nun anlaufende Prozess auf vielfältige Netzwerke, gemeinsame Perspektiven und eine „belastbare Kultur der Zusammenarbeit in der Region“ zurückgreifen kann.

 

Einführung

Die gemeinsame Einführung in den Prozess des Agglomerationskonzeptes und seine Zielsetzungen erfolgte durch Dr. Reimar Molitor, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Region Köln/Bonn e.V. und Udo Kotzea, Abteilungsleiter Regionale Entwicklung der Bezirksregierung Köln. Nach der Darstellung des Ablaufs der Arbeit in den nächsten 2 Jahren, der Benennung von Meilensteinen und erwarteten Ergebnissen wurden zudem einige Prämissen hervorgehoben, welche die Basis des Prozesses darstellen sollen.

 

Podium – Perspektiven und Positionen aus der Region

In einer ersten Runde diskutierte Moderatorin Frauke Burgdorff mit dem Bürgermeister der Stadt Wiehl, Ulrich Stücker, Harald Zillikens, Bürgermeister der Gemeinde Jüchen, dem Stadtbaurat der Bundesstadt Bonn Helmut Wiesner und Dr. Hermann Tengler, Leiter des Referats Wirtschaftsförderung und Strategische Kreisentwicklung des Rhein-Sieg-Kreises. Ulrich Stücker betonte in seinem Statement die Notwendigkeit, kommunales Planen und Handeln mit regionalem Denken zu verknüpfen. Das Agglomerationskonzept schafft in dem Sinne eine regionale Perspektive und einen Begründungszusammenhang für örtliche strategische Konzepte.  Harald Zillikens appellierte an die interkommunale Zusammenarbeit und bezog sich dabei konkret auf die gemeinsamen Herausforderungen der Kommunen bei der Bewältigung des Strukturwandels im Rheinischen Braunkohlerevier, die in interkommunalen Planungsprozessen aktuell angegangen werden. Helmut Wiesner fokussierte auf die Wohnraumproblematik in den wachsenden Städten der Region und die „Überschwappeffekte“ ins Umland. Dr. Hermann Tengler hob abschließend die schon bestehenden und erfolgreichen Kooperationen zur Raumentwicklung in der Region hervor, die in den Prozess eingebracht werden können.

Dr. Ulrich Soénius, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK zu Köln, Dr. Joachim Bauer, Vorsitzender des Arbeitskreises Natur und Landschaft des Region Köln/Bonn e.V. und stellvertretender Amtsleiter für Landschaftspflege und Grünflächen der Stadt Köln sowie der Geschäftsführer der Nahverkehr Rheinland GmbH, Dr. Norbert Reinkober, fokussierten in einer zweiten Gesprächsrunde auf sektorale Themen. Dr. Ulrich Soénius mahnte, beim Thema der Gewerbeflächenausweisung auch die Bestandssicherung vor allem der Industriebetriebe im Blick zu behalten. Das Agglomerationskonzept muss eine klare Zielvorstellung zur Sicherung und qualitativen Weiterentwicklung der Grün- und Freiflächen beinhalten, so der Appell von Dr. Joachim Bauer. Zum Abschluss griff Dr. Norbert Reinkober das Verkehrsproblem der Region auf. „Es ist viel zu tun – aber die Voraussetzungen für die Arbeit in dieser Region scheinen gut“ – so das kurze und doch umfassende Resümee der Statements von Frauke Burgdorff.

 

Fachbeitrag zu Strategien und Konzepten in anderen Regionen

Wie man in anderen dynamischen Wachstumsregionen mit Herausforderungen der Raumentwicklung umgeht, wurde im Anschluss von Prof. Dr. Bernd Scholl vom Institut für Raum- und Landschaftsentwicklung der ETH Zürich mit Blick auf das In- und Ausland gezeigt. Vor dem Hintergrund der Begrenzung des Siedlungsflächenwachstums sowie der Entwicklung der Städte nach Innen wurde deutlich, dass der interkommunalen  Zusammenarbeit eine besondere Rolle zukommt, um Funktionen und Nutzungen zu sichern und zu ergänzen. Anhand von Beispielen aus Basel, Wien, Frankfurt und Zürich zeigte er, dass durch eine regionale integrierte Entwicklungsperspektive räumliche Bedarfe formuliert und auf dieser Basis entsprechende Schlüsselprojekte im Bereich Infrastruktur, Freiraum- oder Flächenentwicklung angestoßen wurden. Informelle Verfahren, wie das Agglomerationskonzept, so sein Fazit, stellen keine Konkurrenz zur formellen Planung dar und werden in Zukunft an Bedeutung gewinnen.

 

Diskussionen an Thementischen

Entlang von sechs Thesen diskutierten die Teilnehmer dann an Hochtischen und unter der Moderation von Fachexperten über verschiedene Themenbereiche. Dabei wurden aktuelle Herausforderungen und Potenziale dargestellt, aber auch Ideen, Ansätze oder Bedenken für die zukünftige Entwicklung der Region formuliert. Anschließend wurden die Eindrücke und Aussagen von den Thementischen in einem Gespräch zwischen Frauke Burgdorff und Prof. Antje Stokman im Plenum vorgestellt.

Die Ergebnisse der Diskussionen an den Thementischen stellen keine abschließende Bewertung der regionalen Herausforderungen und Zielsetzungen dar. Sie gehen als weitere Diskussionsgrundlage in die Workshopreihen ein.

Zu den Ergebnissen:

> Thementisch 1: Infrastruktur nicht zukunftsfähig

> Thementisch 2: Flächeninanspruchnahme ohne regionale Perspektive

> Thementisch 3: Überformung durch Dichte

> Thementisch 4: Freiräume und Kulturlandschaften als Alleskönner

> Thementisch 5: Wirtschaft zwischen Fortschreibung und Umbruch

> Thementisch 6: Regionale Perspektive vs. kleinräumige Interessen

Ausblick

Den Abschluss der Veranstaltung gestaltete Prof. Christa Reicher, indem sie die Veranstaltung resümierte und einen Ausblick auf die weiteren Schritte des Prozesses gab. Frau Reicher zeigte auf, dass zur Erreichung der vielfältigen Ziele des Agglomerationskonzeptes eine enge und transparente Zusammenarbeit mit den Akteuren der Region ausschlaggebend sei. Das hohe Interesse am Regionalforum und das bisherige Engagement der Teilnehmer ist ein gutes Zeichen für den weiteren Erfolg des Prozesses.

Links:

> Einladung & Programm des Regionalforums

> Thesenpapier

> Save the Date des Regionalforum

 

Präsentationen:

Warum ein Agglomerationskonzept? Herausforderungen und Zukunftsfragen der Raumentwicklung
Udo Kotzea | Bezirksregierung Köln
Dr. Reimar Molitor | Region Köln/Bonn e.V.
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Wie wachsen? Raumentwicklungsstrategien dynamischer Agglomerationsräume im In- und Ausland
Prof. Dr. Bernd Scholl | ETH Zürich
> zur Präsentation

Ausblick
Prof. Dipl.-Ing. Christa Reicher | reicher haase architekten
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