AUFTAKTKOLLOQUIUM


Startschuss für Phase 2 im Gesamtprozess des Agglomerationskonzeptes: Im Rahmen des Auftaktkolloquiums am 12. Oktober 2017 im Rheinforum Wesseling wurden die interdisziplinären Planungsteams und ihre detaillierte Aufgabenstellung sowie Arbeitsstände der Grundlagenuntersuchung Mobilität vorgestellt.

 

Begrüßung

Zum Auftaktkolloquium trafen sich über 200 Akteure aus der Region, um Phase 2 im Gesamtprozess des Agglomerationskonzeptes zu starten. Die Begrüßung der Veranstaltung erfolgte durch Erwin Esser, Bürgermeister der Stadt Wesseling sowie Dr. Reimar Molitor, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Region Köln/Bonn e.V. Beide betonten die Bedeutung der verstärkten Vernetzung von Akteuren und Teilräumen angesichts einer Vielzahl von Herausforderungen für die Region Köln/Bonn. Dr. Reimar Molitor zeigte sich besonders erfreut darüber, dass die in Phase 1 erarbeiteten Analysen und gewonnenen Erkenntnisse bereits Wirkung in der Region zeigen. So sind zwischenzeitlich weitere (interkommunale) Kooperationen und Konzepte in der Region ausgelöst worden. In der zweiten Phase des Prozesses geht es nun um die Erstellung integrierter räumlicher Konzepte für die Region, die mit Spannung erwartet werden.

 

Herausforderungen und Zukunftsfragen der Raumentwicklung

Holger Hoffschröer, Stadtplaner des Büros rha reicher haase associierte GmbH, gab zunächst einen Überblick über die drei Phasen des Planungs- und Dialogprozesses zum Agglomerationskonzept. Anschließend stellte er dar, welche Entwicklungsherausforderungen sowie ‑aufgaben in Bereichen wie Wohnen, Industrie, Daseinsvorsorge, Mobilität oder Kulturlandschaften sich aktuell und künftig in der Region stellen. Diese wurden in Phase 1 des Gesamtprozesses im Rahmen der Workshopreihe „Diagnose“ identifiziert, diskutiert und als „Aufgabendossier Raumentwicklung“ formuliert. Es dient den Planungsteams als Grundlage für die jetzt anlaufende Erarbeitung integrierter Raumkonzepte.

Holger Hoffschröer erläuterte zudem, welche Ergebnisse mit dem Agglomerationskonzept angestrebt werden. So soll ein räumliches Zielbild für die Entwicklung der Gesamtregion bis 2040 entwickelt werden. Dieses soll Fragen nach einem guten Raumzustand für die Region Köln/Bonn, nach Möglichkeiten zur Stärkung der regionalen Arbeitsteilung von Standorten und Räumen und nach den Profilen der regionalen Teilräume im Gesamtgefüge beantworten.

 

Vorstellung der Planungsteams

In einer Vorstellungsrunde stellten sich die im Rahmen einer EU-weiten öffentlichen Ausschreibung ausgewählten vier Planungsteams vor. Deutlich wurden die große Erfahrung im Umgang mit komplexen Planungsprozessen auf regionaler Ebene sowie der Ideenreichtum, mit dem die vier interdisziplinär aufgestellten Teams an die komplexe Aufgabenstellung herangehen. Die Leistung der Teams im kommenden Jahr wird darin bestehen, räumliche Zielbilder und Strukturkonzepte für die Gesamtregion Köln/Bonn und ausgewählte Teilräume zu erarbeiten und dabei aufzuzeigen, wie die weitere Siedlungs-, Verkehrsinfrastruktur- und Freiraumentwicklung in der Region bis 2035/2040 zukunftsfähig erfolgen kann. Ziel ist die Formulierung von planerischen Zukunftsbeiträgen für eine ausbalancierte räumlich-strukturelle Entwicklung der polyzentrischen Region Köln/Bonn.

 

Grundlagenuntersuchung Mobilität

Auf großes Interesse stieß auch der Vortrag von Dr. Dirk Wittowsky, ILS – Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung, über die bisherigen Arbeitsergebnisse der Grundlagenuntersuchung Mobilität. Die Analyse des Bewegungsprofils der Region ergab, dass steigende inter- und intraregionale Verflechtungen zu beobachten sind. Autos und LKWs stellen derzeit die dominierenden Verkehrsmittel in der Region dar. Zudem sind starke intraregionale Pendlerströme sowie ein Anstieg an Pendleraufkommen und -weite zu konstatieren. Dabei gelangt die Verkehrsinfrastruktur zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen. Besonders die Autobahnabschnitte um den Kölner Ring herum und die auf Bonn zulaufenden Autobahnabschnitte sind gerade zu Spitzenzeiten stark überlastet. Eine ähnlich hohe Überlastung zeigt sich auch im Schienennetz.

Für ein funktionierendes Netz 2040 sind ein zukunftsfähiger Umbau, Modernisierung und der Teilausbau der Infrastruktur notwendig. Dr. Dirk Wittowsky betonte jedoch, dass dies nicht der alleinige Problemlöser sein könne. Vielmehr stelle sich die Frage nach der Entzerrung der Hauptverkehrsströme und -zeiten sowie alternativer Antriebs- und Mobilitätsformen. Es sollte eine umweltfreundliche Verkehrsinfrastruktur sowie eine nachhaltige Mobilitätskultur gefördert werden.

 

Podium – Perspektiven und Positionen aus der Region

Es folgte eine von Frauke Burgdorff, Agentur BURGDORFF STADT, moderierte Podiumsdiskussion mit Stefan Raetz, Bürgermeister der Stadt Rheinbach, Sabine Feldmann, Dezernentin bei der Bezirksregierung Köln, Dr. Norbert Reinkober, Geschäftsführer der Nahverkehr Rheinland GmbH (NVR) und der Verkehrsverbund Rhein-Sieg GmbH (VRS) sowie Dr. Reimar Molitor, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Region Köln/Bonn e.V. Diskutiert wurde, wie sich die Verschränkung des Agglomerationskonzeptes mit dem formellen Prozess der Regionalplanung im Planungsprozess darstellt. Stefan Raetz betonte darüber hinaus, welche Bedeutung interkommunale Kooperationen vor allem für die Flächenentwicklung oder das Thema Mobilität haben. Dr. Norbert Reinkober hob die Notwendigkeit für höhere Investitionen in die regionale Verkehrsinfrastruktur hervor. Das Agglomerationskonzept liefere Beiträge für eine zukunftsfähige Mobilitätsentwicklung in der Region und helfe dabei, die Region mit ihrem Förder- und Entwicklungsbedarf bei Land, Bund und EU besser zu positionieren.

 

Ausblick auf den Prozess

Zum Abschluss der Veranstaltung gab Holger Hoffschröer einen Ausblick auf den weiteren Prozess. In einem ersten Schritt werden die Planungsteams nun weitere Analysen und erste Skizzen für räumliche Strukturkonzepte für die Region erarbeiten. Diese werden daraufhin von dem Begleitbüro, der Steuerungsgruppe und dem Empfehlungsgremium im Hinblick auf Gemeinsamkeiten und tragfähige Ansätze ausgewertet. Die Beiträge und die Ergebnisse der Auswertung werden der Region im Zwischenkolloquium am 01. März 2018 in Leverkusen zur Diskussion gestellt.

Dr. Reimar Molitor informierte abschließend darüber, dass eine umfassende Projektinformation #2 ab Dezember 2017 und die Ergebnisse der Grundlagenuntersuchung Mobilität ab Mitte Januar 2018 für die Region u.a. auf der Homepage zur Verfügung stehen werden. Er dankte darüber hinaus den Akteuren für das fortlaufend große Interesse am Prozess des Agglomerationskonzeptes.


Vorträge und Präsentationen

Herausforderungen und Zukunftsfragen der Raumentwicklung

Holger Hoffschröer | reicher haase architekten

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Ergebnisse der Grunduntersuchung Mobilität

Dr. Dirk Wittowsky | ILS gGmbH

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Vorstellung der Planungsteams

Team 1: van de Wetering, mrs partner AG, ASP Landschaftsarchitekten AG

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Team 2: urbanista, Studio Vulkan Landschaftsarchitekten GmbH, ARGUS Stadt und Verkehr GmbH, bureau für Raumentwicklung, Andreas Nütten

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Team 3: MUST Städtebau GmbH, H+N+S Landschaftsarchitekten, Stellwerk

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Team 4: orangeedge, Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH, Arup Deutschland GmbH

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