THESEN ZUM RAUM


> Infrastruktur nicht zukunftsfähig
> Flächeninanspruchnahme ohne regionale Perspektive
> Überformung durch Dichte

Die verkehrliche, technische und soziale Infrastruktur trägt im Wesentlichen zur Zukunftsfähigkeit der Region Köln/Bonn bei. Der Handlungsbedarf ist gravierend und herausfordernd zugleich: Marode und überlastete Straßen, Schienen und Brücken sowie überfüllte Kitas auf der einen Seite, geschlossene Schulen und Arztpraxen sowie eine Unterversorgung mit Breitband in ländlichen Gebieten auf der anderen Seite. Wie können die regionale Infrastruktur und Daseinsvorsorge angesichts neuer Anforderungen zukunftsfähig angepasst und neu organisiert werden?

Kommunen, denen zukünftig ein Rückgang von Einwohnern prognostiziert wird, weisen Einfamilienhaussiedlungen aus. Auf der anderen Seite fehlt es auf der Rheinschiene an verfügbaren Flächen, um der Nachfrage nach Wohnraum nachzukommen. Welche Herausforderungen resultieren aus der parallelen Entwicklung von Schrumpfung und Wachstum in der Region? Welcher Lösungsansätze bedarf es, um eine regionale Balance zu schaffen? Wie können die Bestände im weiteren Umland zur Entlastung der Immobilienmärkte in den Wachstumszentren beitragen?

In der Region führt die hohe Nachfrage nach Wohnraum und Gewerbeflächen zu einem immensen Siedlungsdruck mit hoher Dichte im Neubau und starker Nachverdichtung in bestehenden Quartieren. Längst hat der Marktdruck auch die zweite und dritte Reihe im Umland erreicht. Gleichzeitig sind Teile des ländlichen Raums durch Schrumpfungstendenzen ganz anderen Herausforderungen ausgesetzt. Welche Dichten sind an den verschiedenen Orten der Region angemessen und notwendig? Wie kann das Neu- und Weiterbauen vor Ort zu Mehrwerten führen und bestehende Profile sichern/ausbauen/stärken? Welche zukunftsfähigen Wohn- und Arbeitsqualitäten wollen wir in der Region entwickeln?


> Freiräume und Kulturlandschaften als Alleskönner
> Wirtschaft zwischen Fortschreibung und Umbruch
> Regionale Perspektive vs. kleinräumige Interessen

Die Region besitzt hochwertige Freiräume unterschiedlicher Funktion, deren Qualität es trotz Siedlungsdruck auch zukünftig zu sichern und zu entwickeln gilt. Zunehmend stellen sich weitere Nutzungsansprüche und funktionale Anforderungen an die regionalen Freiräume: Lebensmittellieferant, regionale Klimaanlage, Energieproduzent und neue Mobilitätsinfrastruktur. Die Landschaft wird zum Alleskönner. Wie kann die Sicherung von Freiräumen mit den siedlungsstrukturellen Entwicklungen zusammen gesteuert werden?

Global Player, eine exzellente Hochschul- und Forschungslandschaft und innovative mittelständische Unternehmen mit langer Tradition – die Wirtschaftsstruktur der Region ist differenziert und in den Teilräumen sehr unterschiedlich ausgeprägt. Die Digitalisierung wird die regionalen Arbeitswelten in den kommenden zwei Jahrzehnten maßgeblich verändern. Was bedeutet dies für die Wissenschafts-, Dienstleistungs- und Produktionsstandorten der Region? Wie kann eine regionale Arbeitsteilung von Standorten und Räumen weiter ausgebaut werden?

Wohnraumversorgung, Mobilitätssicherung, Daseinsvorsorge, die Bereitstellung von Wirtschaftsflächen u.w.m. lassen sich zunehmend nur noch interkommunal und in neuen Partnerschaften bewältigen. Gemeinsames, regionales Handeln führt zur Wiederherstellung kommunaler Gestaltungsmöglichkeiten. In welchen Räumen und zu welchen Themen muss die Kooperation weiter ausgebaut werden? Wie können regionale Konzepte und Strategien die Talente und Begabungen der Teilräume mit Mehrwert für den Gesamtstandort weiter schärfen und eine regionale Arbeitsteilung von Standorten und Räumen befördern?