AUSGANGSLAGE


Die Region Köln/Bonn sieht sich aktuell und in den nächsten zwei Jahrzehnten vielfältigen Herausforderungen der räumlichen Entwicklung gegenüber (Demographische Entwicklung, Knappheit an Entwicklungsflächen, Mobilitätsprobleme, Energiewende und Klimawandel, Daseinsvorsorge u.a.). Die daraus hervorgehenden, auf engem Raum zusammenkommenden Nutzungsansprüche stehen in Wechselwirkung und zum Teil in Konkurrenz zueinander. Lösungen zur Bewältigung der Entwicklungsaufgaben sind zunehmend in einem überlokalen, regionalen Maßstab und in Form integrierter Entwicklungskonzepte zu suchen. Hierüber lassen sich für die Zukunft Gestaltungs- und Entwicklungsspielräume der Kommunen und Teilräume der Region und damit für die Region als Ganzes sichern. Der neue LEP NRW und die Regionalpläne von Köln und Düsseldorf werden den Rahmen für die räumliche Entwicklung der Region in den kommenden zwei Jahrzehnten definieren. Für die Region Köln/Bonn mit ihren Kommunen, Kreisen und raumgestaltenden Akteuren bietet das Agglomerationskonzept die Chance, sich pro-aktiv mit eigenen Konzepten in die formellen Planungsprozesse einzubringen.

Ziel des Projektes ist es, in einem kooperativen regionalen Dialog- und Planungsprozess Szenarien und Zielbilder für die räumliche Entwicklung der Region Köln/Bonn im Zeithorizont bis 2035/2040 zu erarbeiten. Das Agglomerationskonzept soll Perspektiven für eine weitere integrierte Siedlungs-, Mobilitäts- und Freiraumentwicklung über kommunale und Kreisgrenzen hinweg aufzeigen und als strategischer Fachbeitrag der Region in die Regionalplanung eingebracht werden.

Zudem sollen aus dem Agglomerationskonzept regionale Schlüsselprojekte z.B. im Bereich Verkehrsinfrastrukturentwicklung oder  Flächenentwicklung abgeleitet und dahingehende Entwicklungs- und Förderbedarfe der Region aufgezeigt werden.

[zum Betrachtungsraum...]


  • Die Region ist mit einer dynamischen demografischen Entwicklung konfrontiert: Wachstum und Schrumpfung werden innerhalb der Region zum Teil räumlich eng beieinander liegen. Zugleich bestehen – noch verstärkt durch die aktuelle Flüchtlingsmigration – große Prognoseunsicherheit und -abweichungen (zwischen Bund-, Länder- und kommunale Prognosen, der Bertelsmann Stiftung u.a.) hinsichtlich der zu erwartenden Entwicklungen. 


  • In weiten Teilen der Region herrscht ein hoher Siedlungsdruck vor, ausgelöst durch den stellenweise enormen Wohnbauflächenbedarf sowie einen gesamtregional weiterhin bestehenden Bedarf an Entwicklungsflächen für Gewerbe und Industrie.


  • Angesichts des vorstehend genannten Entwicklungsdrucks verschärfen sich die Zielkonflikte zwischen der regionalen Freiraumsicherung und –vernetzung und einer weiteren siedlungsräumlichen Entwicklung.


  • In den, aller Voraussicht nach, von Bevölkerungsrückgang betroffenen Teilräumen der Region gilt es, die vorhandenen Siedlungsstrukturen mittel- bis langfristig umzubauen, verbunden mit den Aufgabe, Daseinsvorsorge neu zu organisieren und die sozialen wie technischen Infrastrukturen anzupassen.


  • Die Energiewende führt zu einem tiefgreifenden wirtschaftsstrukturellen und räumlichen Wandel im Rheinischen Braunkohlerevier sowie zu neue Anforderungen an die Kulturlandschaften.


  • Die Herausforderungen des Klimaschutzes und der Anpassung an den Klimawandel führen zu erweiterten Anforderungen an den dichtbesiedelten Raum, der von konkurrierenden Nutzungs- und Entwicklungsansprüchen geprägt ist.


  • Angesichts hoher und weiter steigender Transitverkehre, starker innerregionaler Pendlerverflechtungen und einem über Jahrzehnte aufgebauten Sanierungsstau sind die Belastungsgrenzen der regionalen Verkehrsinfrastruktur in der Region erreicht und die grundsätzliche Mobilitätsfähigkeit der Region im Innern gefährdet. Für die Zukunft erforderlich ist daher die Sanierung, der Umbau und Ausbau der regionalen Verkehrsinfrastruktur sowie eine integrierte Siedlungs-und Mobilitätsentwicklung in der Region.


  • Der neue LEP NRW und die Regionalpläne von Düsseldorf (in Fortschreibung) und Köln (Start des Fortschreibungsprozesses ist Ende 2015 erfolgt) werden den Rahmen für die räumliche Entwicklung der Region in den kommenden zwei Jahrzehnten definieren. Zugleich sind die Kommunen und Regionen aufgerufen, sich mit Strategien und Konzepten in die übergeordnete formelle Regional- und Landesplanung einzubringen.